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Ein Guide für Wien-Besucher:innen: So überlebt man sein erstes echtes Wirtshaus

Für Tourist:innen kann ein Wiener Wirtshaus auf den ersten Blick wie ein eigener kleiner Planet wirken. Holztische, der Duft von Braten und Bier, ein Kellner mit stoischem Blick und ein Menü mit unbekannten Wörtern. Damit der Besuch nicht im kulturellen Schock endet, hat die Mitzitant einen kleinen Guide zusammengestellt.


1. Betreten auf eigene Gefahr

Keine Sorge, ein Wirtshaus ist kein geheimes Ritual. Einfach reingehen! Man muss nicht warten, bis jemand „Hereinspaziert!” ruft. Ein kleiner Tipp: In vielen traditionellen Wirtshäusern sucht man sich selbst einen Tisch. Wenn einer frei ist, gehört er dir. Es kann sein, dass der Kellner noch skeptisch schaut – das liegt aber nicht an dir. Das ist einfach sein natürlicher Gesichtsausdruck.



3. Die Speisekarte – was steht da eigentlich?

Eine Wiener Wirtshauskarte enthält viele Begriffe, die für Besucher:innen aus anderen Ländern neu sein können. Ein paar davon sollte man kennen, damit man weiß, was am Tisch landet.

Ganz wichtig: Ein Wiener Schnitzel wird ausschließlich aus Kalbfleisch gemacht. Wird Schwein verwendet, steht in der Karte „Schnitzel vom Schwein“ oder „nach Wiener Art“ – das ist nicht das Original. Zu den typischen Gerichten zählt der Tafelspitz, gekochtes Rindfleisch, das traditionell mit Erdäpfeln, Apfelkren (eine Mischung aus Apfel und Meerrettich) und Schnittlauchsauce serviert wird. Sehr beliebt ist auch der Zwiebelrostbraten, ein gebratenes Stück Rindfleisch mit knusprigen Röstzwiebeln und Bratensaft. Eine besonders herzhafte Spezialität ist das Fiaker-Gulasch – ein kräftiges Ragout, serviert mit Würstel, Spiegelei und Essiggurkerl (kleinen eingelegten Gurken). Die Leberknödelsuppe, eine klare Rindsuppe mit einem Knödel aus Lebermasse, und die Frittatensuppe, bei der Frittaten – feine Streifen aus dünnem Pfannkuchen – in der Suppe schwimmen. Und natürlich gibt es am Ende fast immer Apfelstrudel mit Schlagobers. Schlagobers ist einfach das österreichische Wort für Schlagsahne.



4. Trinken wie ein Wiener

Beim Trinken ist Wien schlicht, aber deutlich. Der wichtigste Klassiker ist der Weiße Spritzer: trockener Weißwein (meist Grüner Veltliner oder Weißburgunder) gemischt mit stark sprudelndem Sodawasser. Wer keinen Alkohol möchte, bestellt stattdessen Traubensaft gespritzt – optisch wie ein Spritzer, geschmacklich deutlich süßer, aber sehr beliebt. Auch typisch: ein Soda Zitrone, kurz „Sozi“. Einfach Soda mit frischem Zitronensaft — der Wiener „Limonadenersatz“.

Beim Bier ist die Größe entscheidend:

  • Krügerl = 0,5 Liter

  • Seidl = ca. 0,3 Liter

  • Pfiff = 0,2 Liter, die kleinste Variante


5. Die Stimmung im Wirtshaus

Ein Wiener Wirtshaus ist kein Ort der Flüstergespräche. Es wird gelacht, diskutiert, philosophiert – manchmal sogar gesungen. Wenn am Nebentisch jemand laut über Politik oder das Wetter schimpft: Keine Sorge. Das ist normal, das ist Wien. Im Wirtshaus gilt: Jeder hat eine Meinung und teilt sie großzügig.


6. Zahlen, bitte!

Wenn du bereit bist zu gehen, sagst du einfach: „Zahlen, bitte!“ Der Kellner nickt und kommt irgendwann wieder. (Geduld ist hier eine Tugend.) Noch ein Insider-Tipp: In Österreich gibt man Trinkgeld, aber moderat. Rund 5–10 % sind üblich. Du kannst einfach aufrunden und sagen: „Passt so'!“ Damit zeigst du: du hast verstanden, wie's läuft.

 

 
 
 

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